Find someone who im Unterricht einsetzen - so gelingt die Methode

Finde jemanden, der die Stammgruppen zu Experten für Hotspots formt und dann zurückkehrt.

Geschrieben von

Dietrich Röder

Veröffentlicht am

3. Sept. 2026

Inhaltsverzeichnis

Eine neue Klasse ist schnell still, aber selten sofort gesprächig. Die Methode find someone who bringt Lernende mit einfachen Fragen in Bewegung und verbindet Kennenlernen mit echtem Sprachtraining. Hier zeige ich, wie die Aktivität funktioniert, wie du ein passendes Arbeitsblatt erstellst und welche Anpassungen für Alter, Fach und Leistungsniveau sinnvoll sind.

Eine einfache Methode für mehr Bewegung und echte Gespräche

  • Grundidee: Die Lernenden finden Mitschüler, auf die bestimmte Aussagen zutreffen.
  • Zeitbedarf: Für eine Runde reichen meist 15 bis 25 Minuten.
  • Sprachziel: Geübt werden Fragen, Antworten, Zuhören und kurze Nachfragen.
  • Arbeitsblatt: Sinnvoll sind 8 bis 12 Aussagen mit einer Namensspalte.
  • Wichtig: Persönliche, unangenehme oder schwer überprüfbare Fragen gehören nicht auf das Blatt.

Was hinter der Find-someone-who-Methode steckt

Jede Person erhält ein Blatt mit Aussagen wie „hat ein Haustier“, „liest gern“ oder „war schon einmal in Österreich“. Die Schülerinnen und Schüler bewegen sich durch den Raum, stellen passende Fragen und tragen den Namen einer Person ein, die mit „Ja“ antwortet. Die Aktivität ist damit eine Mischung aus Kennenlernspiel, Gesprächsübung und Partnerinterview.

Im Englischunterricht lässt sich die Struktur besonders leicht einsetzen. Aus „mag Fußball“ wird zum Beispiel „Do you like football?“, aus „war schon einmal in Berlin“ wird „Have you ever been to Berlin?“. Ich finde gerade diese Verbindung stark, weil die Sprache nicht isoliert geübt wird, sondern für ein klares Ziel gebraucht wird.

Die Methode eignet sich aber auch für andere Fächer. Im Mathematikunterricht können Lernende Personen finden, die eine bestimmte Rechenstrategie kennen oder ein Lieblingsthema haben. Im Sachunterricht passen Fragen zu Hobbys, Ernährung, Verkehr oder Umwelt. Entscheidend ist, dass jede Aussage einen echten Gesprächsanlass schafft.

So bereitest du die Unterrichtsstunde vor

Gute Vorbereitung entscheidet darüber, ob die Runde lebendig wird oder nach drei Minuten ins Stocken gerät. Wähle zunächst ein klares Lernziel. Soll die Klasse sich kennenlernen, den Simple Present wiederholen, Fragen im Perfekt bilden oder Fachbegriffe anwenden? Ein Arbeitsblatt mit zu vielen Zielen wirkt schnell beliebig.

Das Arbeitsblatt sinnvoll aufbauen

Für eine normale Schulstunde empfehle ich 8 bis 12 Aussagen. Neben jeder Aussage steht eine leere Zeile oder eine Tabelle, in der ein Name und optional eine kurze Zusatzinformation eingetragen werden. Die Zusatzinformation verhindert, dass die Lernenden nur Namen sammeln und dabei kaum zuhören.

Aussage Name Zusatzfrage
Find someone who has a pet. ____________ What pet?
Find someone who likes mathematics. ____________ Which topic?
Find someone who has visited another country. ____________ Where?

Formuliere die Aussagen so, dass sie ungefähr gleich schwer sind. Wenn ein Satz eine komplizierte Zeitform verlangt, sollte das vorher kurz wiederholt werden. Für Anfänger helfen Fragebausteine an der Tafel, etwa „Do you …?“, „Can you …?“ oder „Have you ever …?“.

Fragen auswählen, die niemand bloßstellen

Unproblematisch sind Fragen zu Interessen, Fähigkeiten, Lieblingsfächern, Sprachen, Medien oder alltäglichen Gewohnheiten. Vorsichtig wäre ich bei Themen wie Geld, Religion, familiären Verhältnissen, Gesundheit oder persönlichen Erfahrungen. Eine Kennenlernaktivität soll Türen öffnen und niemanden zwingen, Privates preiszugeben.

Plane außerdem Aussagen ein, die nicht nur auf die lautesten oder beliebtesten Kinder zutreffen. Eine Mischung aus häufigen, besonderen und fachbezogenen Merkmalen sorgt dafür, dass viele verschiedene Personen angesprochen werden.

Der Ablauf in fünf klaren Schritten

Die Durchführung ist unkompliziert, braucht aber einen sichtbaren Rahmen. Ohne Zeitbegrenzung sprechen manche Lernende nur mit Freunden, während andere kaum angesprochen werden.

  1. Beispiel geben: Spiele ein kurzes Gespräch mit einer Schülerin oder einem Schüler vor. Zeige dabei, wie man fragt, antwortet und eine Nachfrage stellt.
  2. Regeln klären: Ein Name darf nur eingetragen werden, wenn die Person selbst geantwortet hat. Nach Möglichkeit wird jeder Name nur einmal verwendet.
  3. Runde starten: Die Lernenden stehen auf, sprechen verschiedene Mitschüler an und füllen ihr Blatt aus.
  4. Lehrkraft beobachten lassen: Gehe herum, unterstütze bei der Aussprache und notiere typische Fehler, ohne jedes Gespräch zu unterbrechen.
  5. Auswerten: Bespreche einige Antworten im Plenum oder lasse die Lernenden ihre interessanteste Begegnung vorstellen.

Für eine Klasse mit 25 Kindern reichen meist 12 bis 15 Minuten Gesprächszeit. Danach sollten noch etwa fünf Minuten für die Auswertung bleiben. Bei jüngeren Kindern kann die Aktivität kürzer sein, während ältere Lernende zusätzlich eine Begründung oder eine Rückfrage formulieren.

Eine kleine Regel macht einen großen Unterschied: Die Lernenden dürfen nicht einfach auf das Blatt zeigen und einen Namen eintragen. Sie müssen die Frage tatsächlich stellen und die Antwort verstehen. So bleibt die Übung eine Kommunikationsaufgabe und wird nicht zu einer stillen Sammelaktion.

Passende Beispiele für verschiedene Lerngruppen

Für den Einstieg und das Kennenlernen

  • Find someone who has a pet.
  • Find someone who likes drawing.
  • Find someone who speaks another language.
  • Find someone who enjoys cooking.
  • Find someone who has a favourite book.

Diese Aussagen sind niedrigschwellig und eignen sich für die ersten Wochen eines Schuljahres. Ich würde trotzdem nicht nur harmlose Vorlieben abfragen. Eine Zusatzfrage wie „What do you like to cook?“ verlängert das Gespräch und gibt sprachlich stärkeren Lernenden mehr Raum.

Für Grammatik und Sprachmittel

  • Simple Present: Find someone who gets up before seven.
  • Can: Find someone who can play an instrument.
  • Past Simple: Find someone who visited a museum last month.
  • Present Perfect: Find someone who has tried a new sport.
  • Future forms: Find someone who is going to travel during the holidays.

Der grammatische Schwerpunkt sollte nicht zu versteckt sein. Markiere bei Bedarf das Verb oder gib eine kleine Sprachbox mit Frage und Kurzantwort vor. So erkennen die Lernenden, welche Struktur sie wiederholt verwenden sollen, statt nur einzelne Sätze auswendig abzulesen.

Lesen Sie auch: Effektive Arbeitsblätter für den Unterricht: Kostenlose Materialien für Lehrer

Für fachübergreifende Themen

Im Mathematikunterricht kann das Blatt Aussagen enthalten wie „kennt eine andere Methode für Prozentrechnung“ oder „kann erklären, was ein Bruch ist“. Die Frage sollte dann nicht bloß lauten „Kannst du das?“, sondern zum kurzen Erklären führen. So wird aus dem Kennenlernspiel eine kooperative Lernaktivität.

Auch im Deutschunterricht funktioniert das Format gut. Mögliche Aussagen sind „hat eine Figur aus einem Roman besonders interessant gefunden“ oder „kann ein Synonym für mutig nennen“. Für Naturwissenschaften passen Fragen zu Experimenten, Tieren, Energie oder Ernährung. Die Methode wirkt dann am besten, wenn der fachliche Inhalt klein, konkret und überprüfbar bleibt.

So passt du die Aktivität an Alter und Niveau an

Nicht jede Klasse kommt mit derselben Offenheit in Bewegung. Bei jüngeren Kindern helfen Bilder, farbige Symbole und ein gemeinsamer Probedurchlauf. Bei zurückhaltenden Gruppen kann die erste Runde in Paaren beginnen, bevor sich die Lernenden frei im Raum bewegen.

Lerngruppe Sinnvolle Anpassung Ziel
Anfänger Bilder, Satzanfänge und Ja-Nein-Fragen Sicherheit beim Sprechen
Mittelstufe Zusatzfragen und wechselnde Zeitformen Genauere Antworten
Fortgeschrittene Begründungen und kurze Notizen Freieres Gespräch
Große Klasse Zeitlimit, feste Gesprächsbereiche oder Kleingruppen Mehr Übersicht

Für Lernende mit sprachlichen Schwierigkeiten kannst du die Fragen auf Karten ausgeben oder wichtige Wörter vorab sammeln. Auch ein Partner, der beim Lesen unterstützt, kann sinnvoll sein. Dabei sollte die Hilfe nicht dazu führen, dass eine Person nur mitläuft. Jede und jeder braucht eine eigene kleine Sprechaufgabe.

Bei sehr lebhaften Klassen sind klare Bewegungsregeln wichtiger als zusätzliche Spielideen. Lege fest, dass nur leise gesprochen wird, niemand dauerhaft an seinem Platz bleibt und Gespräche nach spätestens zwei Minuten gewechselt werden. Das klingt streng, schafft aber die Ruhe, in der tatsächlich viele Kontakte entstehen.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Der häufigste Fehler ist ein zu volles Arbeitsblatt. 20 Aussagen sehen auf dem Papier umfangreich aus, führen im Unterricht aber oft zu Hektik und oberflächlichen Antworten. Weniger Aussagen mit besseren Fragen liefern meistens die bessere Lernwirkung.

Ein zweites Problem sind Aussagen, die nur auf eine einzige Person zutreffen. Dann sammeln sich viele Lernende bei derselben Person, während andere kaum angesprochen werden. Prüfe das Blatt vorher kurz selbst und frage dich, ob mehrere Kinder realistisch mit „Ja“ antworten könnten.

Auch eine reine Namenssuche verschenkt Potenzial. Lass die Lernenden bei zwei oder drei Feldern eine Zusatzinformation notieren, zum Beispiel einen Ort, einen Grund oder ein Beispiel. In der Auswertung kannst du daraus Sätze bilden wie „Mia likes drawing because …“ oder „Jonas has visited …“.

Schließlich sollte die Aktivität nicht als Wettbewerb zwischen „schnell“ und „langsam“ aufgebaut sein. Schüchterne Kinder, neu zugewanderte Lernende oder Personen mit Förderbedarf brauchen möglicherweise mehr Zeit. Ich bevorzuge deshalb ein Ziel wie sechs sinnvolle Gespräche statt „Wer ist zuerst fertig?“. Das stärkt Beteiligung und verhindert unnötigen Druck.

So bleibt aus einer Spielrunde ein echter Lernschritt

Die stärkste Wirkung entsteht, wenn du die Ergebnisse später noch einmal aufgreifst. Lass die Klasse etwa drei interessante Antworten anonym an der Tafel sammeln, einen kurzen Bericht schreiben oder die verwendeten Fragen in eine andere Zeitform übertragen.

Für eine schnelle Lernkontrolle genügt eine einfache Frage: Welche Formulierung konntest du sicher verwenden, und welche war noch schwierig? Die Antworten zeigen dir, ob beim nächsten Mal mehr Wortschatz, ein Grammatikbeispiel oder eine langsamere Modellphase nötig ist.

So bleibt die Methode mehr als ein netter Einstieg. Sie schafft echte Kontakte, wiederholte Sprachproduktion und verwertbare Unterrichtsergebnisse, ohne dass dafür viel Material nötig ist. Genau darin liegt ihre Stärke: Ein gut geplantes Blatt bringt Bewegung in den Raum und zugleich Struktur ins Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Für eine normale Schulstunde sind 8 bis 12 Aussagen sinnvoll. Neben der Namensspalte kann eine Zusatzfrage stehen, damit die Lernenden nicht nur Namen sammeln, sondern auch zuhören und kurze Informationen notieren.

Eine Runde dauert meist 15 bis 25 Minuten. Für eine Klasse mit 25 Kindern eignen sich etwa 12 bis 15 Minuten Gesprächszeit und anschließend ungefähr fünf Minuten für die Auswertung.

Geeignet sind Fragen zu Interessen, Fähigkeiten, Lieblingsfächern, Sprachen, Medien und alltäglichen Gewohnheiten. Fragen zu Geld, Religion, familiären Verhältnissen, Gesundheit oder persönlichen Erfahrungen solltest du vermeiden, weil sie Lernende bloßstellen können.

Anfänger profitieren von Bildern, Satzanfängen und Ja-Nein-Fragen. In der Mittelstufe können Zusatzfragen und wechselnde Zeitformen verwendet werden, während Fortgeschrittene Begründungen und kurze Notizen ergänzen. Bei großen oder sehr lebhaften Klassen helfen Zeitlimits, feste Gesprächsbereiche und Kleingruppen.

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sprechübungen englischunterricht grammatikunterricht find someone who kennenlernspiele

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Dietrich Röder

Dietrich Röder

Mein Name ist Dietrich Röder und ich bringe neun Jahre Erfahrung im Bereich Bildung mit. Schon früh habe ich eine Leidenschaft für das Lehren und Lernen entwickelt, was mich dazu motiviert hat, komplexe Themen verständlich zu erklären. Besonders interessiere ich mich für die Herausforderungen, vor denen Schüler und Lehrer stehen, und ich finde es spannend, Lösungen zu erarbeiten, die den Unterricht bereichern. In meinen Beiträgen auf matheblatt.de konzentriere ich mich darauf, aktuelle Trends und bewährte Methoden im Bildungsbereich zu beleuchten. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen sorgfältig zu prüfen und zu vergleichen, um sicherzustellen, dass sie sowohl nützlich als auch präzise sind. Mein Ziel ist es, Wissen klar und zugänglich zu organisieren, damit Leser die Themen leicht nachvollziehen können. Ich bin überzeugt, dass Bildung der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft ist, und ich freue mich, meine Erkenntnisse mit Ihnen zu teilen.

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