Wie nennt man das Abitur noch? Die wichtigsten Begriffe

Glückliche Absolventin mit Abschlussrolle und Hut, bereit für den nächsten Schritt nach dem Abitur.

Geschrieben von

Dietrich Röder

Veröffentlicht am

18. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Auf dem Zeugnis steht meist „Abitur“, doch je nach Situation tauchen auch Begriffe wie allgemeine Hochschulreife, „Abi“ oder „Reifezeugnis“ auf. Ich zeige, welche Bezeichnungen tatsächlich dasselbe meinen, wo wichtige Unterschiede liegen und welcher Ausdruck sich für Zeugnisse, Bewerbungen und Gespräche eignet.

Die wichtigsten Begriffe rund um das Abitur auf einen Blick

  • Allgemeine Hochschulreife ist die offizielle und präziseste Bezeichnung für das Abitur.
  • Abi ist die umgangssprachliche Kurzform und passt vor allem in Gesprächen.
  • Fachabitur ist kein eindeutig definierter Begriff und wird häufig mit zwei verschiedenen Abschlüssen verwechselt.
  • Das Abitur berechtigt grundsätzlich zum Studium aller Fachrichtungen an deutschen Hochschulen.
  • Hochschulzugangsberechtigung beschreibt eher die Berechtigung zum Studium als den Schulabschluss selbst.

Bild zeigt Bildungswege: Abitur (Allgemeine Hochschulreife) ist das höchste Ziel. Daneben gibt es Fachhochschulreife, Mittleren Schulabschluss und weitere Stufen.

Welche Bezeichnungen für das Abitur wirklich passen

Die treffendste alternative Bezeichnung lautet allgemeine Hochschulreife. Sie macht deutlich, dass der Abschluss grundsätzlich den Zugang zu Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und anderen Hochschularten eröffnet. In offiziellen Formularen würde ich deshalb diesen Ausdruck verwenden, wenn nicht ausdrücklich nach dem „Abitur“ gefragt wird.

Im Alltag sagt kaum jemand „Ich mache die allgemeine Hochschulreife“. Üblicher sind Abi oder „Abitur machen“. Beide Formen meinen dasselbe, wobei „Abi“ deutlich lockerer klingt. Für eine Bewerbung, ein Zeugnis oder einen Lebenslauf ist „Abitur“ jedoch die sicherere Wahl.

Daneben begegnen einem die Begriffe Abiturzeugnis, „Reifezeugnis“ und „Abiturprüfung“. Sie sind nicht völlig identisch. Das Abitur bezeichnet den erworbenen Abschluss, das Abiturzeugnis ist der schriftliche Nachweis und die Abiturprüfung ist der Prüfungsweg, der zum Abschluss führen kann.

Warum allgemeine Hochschulreife die präziseste Antwort ist

Die Bezeichnung „allgemein“ ist entscheidend. Sie bedeutet, dass der Abschluss nicht nur für bestimmte Fächer oder eine bestimmte Hochschulart gilt. Wer die allgemeine Hochschulreife besitzt, kann sich grundsätzlich für jeden Studiengang bewerben, sofern zusätzliche Anforderungen wie Numerus clausus, Eignungstests oder Sprachkenntnisse erfüllt werden.

Der Ausdruck Hochschulzugangsberechtigung wird ebenfalls häufig als Alternative genannt. Ich würde ihn aber nicht einfach als vollständiges Synonym verwenden. Er ist ein Sammelbegriff für verschiedene Nachweise, die den Zugang zu einem Studium ermöglichen. Dazu gehören neben dem Abitur auch die fachgebundene Hochschulreife und die Fachhochschulreife.

Das macht im praktischen Leben einen Unterschied. Eine Hochschulzugangsberechtigung sagt zunächst nur, dass jemand studieren darf. Die genaue Art des Abschlusses entscheidet darüber, an welcher Hochschule und in welchen Studiengängen dieser Zugang gilt.

Abitur, Fachabitur und Fachhochschulreife sind nicht dasselbe

Besonders häufig wird das Abitur mit dem sogenannten Fachabitur gleichgesetzt. Umgangssprachlich ist das verständlich, fachlich aber problematisch. „Fachabitur“ kann je nach Region und Gesprächspartner entweder die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife meinen.

Bezeichnung Was sie bedeutet Typischer Studienzugang
Abitur Allgemeine Hochschulreife Grundsätzlich alle Studiengänge an Hochschulen
Fachgebundene Hochschulreife Hochschulreife für bestimmte Fachrichtungen Bestimmte Studiengänge, teilweise auch an Universitäten
Fachhochschulreife Schulischer Abschluss mit praktischem Anteil Vor allem Studiengänge an Hochschulen für angewandte Wissenschaften
Fachabitur Umgangssprachlicher, nicht eindeutig verwendeter Begriff Abhängig davon, welcher Abschluss tatsächlich gemeint ist

Wer sich für ein Studium bewirbt, sollte deshalb nicht nur „Fachabitur“ schreiben. Besser ist die genaue Bezeichnung aus dem Zeugnis. So vermeidet man Missverständnisse bei Studienberatung, Bewerbung und Anerkennung des Abschlusses.

Welche Formulierung passt zu welchem Anlass

Im Gespräch

Im privaten Gespräch sind „Abi“ und „Abitur“ völlig natürlich. Auch „Ich habe die allgemeine Hochschulreife“ wird verstanden, klingt aber etwas formeller. Meine Faustregel lautet: „Abi“ für den Alltag, „Abitur“ für klare und neutrale Aussagen.

Im Lebenslauf

Im Lebenslauf gehört die offizielle Bezeichnung hinein. Eine passende Formulierung wäre beispielsweise „Allgemeine Hochschulreife, Gymnasium, Abschluss 2026“. Wenn das Dokument ausdrücklich „Abiturzeugnis“ heißt, kann auch „Abitur“ verwendet werden. Umgangssprache wie „Abi“ würde ich dort vermeiden.

Lesen Sie auch: Das perfekte Abi-Motto finden - Fehler vermeiden & umsetzen

In einer Bewerbung oder einem Formular

Steht im Formular „höchster Schulabschluss“, reicht meist „Abitur“. Wird nach der Hochschulzugangsberechtigung gefragt, ist „allgemeine Hochschulreife“ genauer. Bei ausländischen Formularen kann zusätzlich eine Erklärung nötig sein, weil Begriffe wie High School Diploma, Matura oder Baccalaureate nicht automatisch dieselbe Bedeutung haben.

Was „Matura“ und „Baccalaureate“ mit dem Abitur zu tun haben

In Österreich wird der vergleichbare Schulabschluss meist Matura oder „Reifeprüfung“ genannt. In der Schweiz spricht man unter anderem von der gymnasialen Matura beziehungsweise der Maturität. Diese Begriffe sind im jeweiligen Bildungssystem korrekt, aber nicht einfach deutsche Ersatzwörter für das Abitur.

Auch „Baccalaureate“ oder „International Baccalaureate“ sollte man nicht pauschal mit dem deutschen Abitur gleichsetzen. Für eine Anerkennung zählt, ob der konkrete Abschluss als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung gilt. Bei einem internationalen Zeugnis entscheidet das zuständige Anerkennungsverfahren und nicht allein die Bezeichnung auf dem Dokument.

Für Bewerbungen im Ausland würde ich daher immer den Originalnamen des Abschlusses nennen und eine kurze deutsche oder englische Einordnung ergänzen. Das ist zuverlässiger als eine vermeintlich passende Übersetzung, die den Umfang der Studienberechtigung falsch wiedergibt.

Die kurze Antwort auf die Frage nach dem anderen Namen

Wenn man das Abitur anders nennen möchte, ist allgemeine Hochschulreife die beste offizielle Bezeichnung. „Abi“ ist die gängige Kurzform, „Abiturzeugnis“ bezeichnet den Nachweis und „Reifezeugnis“ ist eine eher formelle beziehungsweise traditionelle Variante.

Vom Wort „Fachabitur“ rate ich ab, wenn es auf Genauigkeit ankommt. Es kann etwas anderes als das vollständige Abitur meinen und sollte deshalb nur verwendet werden, wenn aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgeht, welcher Abschluss vorliegt.

Mein praktischer Rat ist einfach: Für Gespräche genügt „Abitur“ oder „Abi“, für offizielle Unterlagen passt „allgemeine Hochschulreife“. Entscheidend ist am Ende nicht die schönste Bezeichnung, sondern dass der konkrete Bildungsabschluss eindeutig erkennbar bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Im Lebenslauf ist „allgemeine Hochschulreife“ die präziseste Bezeichnung. Alternativ passt „Abitur“, besonders wenn das Zeugnis ausdrücklich als Abiturzeugnis bezeichnet wird. „Abi“ ist umgangssprachlich und sollte in offiziellen Unterlagen vermieden werden.

Das Abitur entspricht der allgemeinen Hochschulreife und eröffnet grundsätzlich den Zugang zu allen Fachrichtungen. „Fachabitur“ ist ein uneindeutiger umgangssprachlicher Begriff und kann die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife meinen. Deshalb sollte in Bewerbungen die genaue Bezeichnung aus dem Zeugnis stehen.

Nein, Hochschulzugangsberechtigung ist ein Sammelbegriff für verschiedene Nachweise, die ein Studium ermöglichen. Dazu zählen neben dem Abitur auch die fachgebundene Hochschulreife und die Fachhochschulreife. Der Begriff sagt daher zunächst nicht, an welcher Hochschule oder in welchen Studiengängen der Zugang gilt.

Matura beziehungsweise Reifeprüfung ist die passende Bezeichnung im österreichischen Bildungssystem, während in der Schweiz unter anderem von Maturität gesprochen wird. „Baccalaureate“ und „International Baccalaureate“ sollten ebenfalls nicht pauschal mit dem Abitur gleichgesetzt werden. Bei internationalen Zeugnissen entscheidet das zuständige Anerkennungsverfahren.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

allgemeine hochschulreife fachhochschulreife fachgebundene hochschulreife matura abiturzeugnis

Beitrag teilen

Dietrich Röder

Dietrich Röder

Mein Name ist Dietrich Röder und ich bringe neun Jahre Erfahrung im Bereich Bildung mit. Schon früh habe ich eine Leidenschaft für das Lehren und Lernen entwickelt, was mich dazu motiviert hat, komplexe Themen verständlich zu erklären. Besonders interessiere ich mich für die Herausforderungen, vor denen Schüler und Lehrer stehen, und ich finde es spannend, Lösungen zu erarbeiten, die den Unterricht bereichern. In meinen Beiträgen auf matheblatt.de konzentriere ich mich darauf, aktuelle Trends und bewährte Methoden im Bildungsbereich zu beleuchten. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen sorgfältig zu prüfen und zu vergleichen, um sicherzustellen, dass sie sowohl nützlich als auch präzise sind. Mein Ziel ist es, Wissen klar und zugänglich zu organisieren, damit Leser die Themen leicht nachvollziehen können. Ich bin überzeugt, dass Bildung der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft ist, und ich freue mich, meine Erkenntnisse mit Ihnen zu teilen.

Kommentar schreiben