Imparfait-Endungen im Französischen richtig bilden und nutzen

Französisch-Grammatik: imparfait-Endungen wie -ais, -ait, -ions, -iez, -aient werden an den Stamm der nous-Form gehängt.

Geschrieben von

Julian Wegener

Veröffentlicht am

6. Sept. 2026

Inhaltsverzeichnis

Du willst im Französischen über Gewohnheiten, Beschreibungen oder eine laufende Handlung in der Vergangenheit sprechen? Dann brauchst du meist das Imparfait. Ich zeige dir die sechs einheitlichen Endungen, die Bildung Schritt für Schritt, wichtige Ausnahmen und den Unterschied zum Passé composé.

Die sechs Endungen machen das Imparfait übersichtlich

  • je: -ais
  • tu: -ais
  • il, elle, on: -ait
  • nous: -ions
  • vous: -iez
  • ils, elles: -aient

Die Imparfait-Endungen auf einen Blick

Die Endungen sind bei regelmäßigen und unregelmäßigen Verben fast immer gleich. Nur der Verbstamm kann sich verändern. Genau diese Trennung macht das Lernen leichter: Zuerst findest du den Stamm, danach hängst du die passende Endung an.

Person Endung Beispiel mit parler Deutsche Bedeutung
je -ais je parlais ich sprach
tu -ais tu parlais du sprachst
il, elle, on -ait il parlait er sprach
nous -ions nous parlions wir sprachen
vous -iez vous parliez ihr spracht / Sie sprachen
ils, elles -aient ils parlaient sie sprachen

Ein häufiger Stolperstein liegt bei der Aussprache. Die Formen je parlais, tu parlais, il parlait und ils parlaient klingen normalerweise gleich. Die Schreibweise musst du trotzdem über die Person erkennen.

So bildest du den Stamm richtig

Für den Stamm nimmst du die nous-Form im Präsens, entfernst die Endung -ons und fügst die Imparfait-Endung hinzu. Diese Methode funktioniert bei fast allen französischen Verben zuverlässig.

  1. Setze das Verb im Präsens in die nous-Form.
  2. Streiche -ons.
  3. Hänge die passende Endung an.

Beispiel mit parler

Die Präsensform lautet nous parlons. Nach dem Entfernen von -ons bleibt parl- übrig. Daraus entstehen je parlais, nous parlions und ils parlaient.

Beispiel mit finir und vendre

Bei finir lautet die nous-Form nous finissons. Der Stamm ist deshalb finiss-, nicht nur „fin“. Richtig heißt es also je finissais.

Bei vendre ergibt sich aus nous vendons der Stamm vend-. Die Formen lauten beispielsweise tu vendais und vous vendiez. Ich empfehle, immer von der nous-Form auszugehen, statt den Stamm spontan vom Infinitiv abzuleiten.

Regelmäßige Verben vollständig konjugiert

Die drei Verbgruppen zeigen gut, dass die Endungen gleich bleiben, obwohl die Stämme unterschiedlich aussehen. Die Beispiele helfen besonders dabei, -ais und -ait von den Pluralformen -ions, -iez und -aient zu unterscheiden.

Person parler finir vendre
je je parlais je finissais je vendais
tu tu parlais tu finissais tu vendais
il, elle, on il parlait il finissait il vendait
nous nous parlions nous finissions nous vendions
vous vous parliez vous finissiez vous vendiez
ils, elles ils parlaient ils finissaient ils vendaient

Bei Verben wie faire, prendre oder boire bleibt ebenfalls die Grundregel bestehen. Man verwendet die jeweilige nous-Form im Präsens: nous faisons führt zu je faisais, nous prenons zu je prenais und nous buvons zu je buvais.

Die wichtigste Ausnahme ist être

Das Verb être folgt nicht der üblichen Bildung über die Präsensform nous sommes. Sein Imparfait-Stamm lautet ét-. Die Endungen bleiben jedoch unverändert.

Person être im Imparfait
je j’étais
tu tu étais
il, elle, on il était
nous nous étions
vous vous étiez
ils, elles ils étaient

Gerade j’étais und nous étions kommen sehr oft vor, etwa in Beschreibungen. Ein Satz wie Quand j’étais petit, j’habitais à Lyon bedeutet „Als ich klein war, wohnte ich in Lyon.“

Schreibbesonderheiten bei -cer und -ger

Verben auf -cer behalten vor der Endung -ais, -ait und -aient die Cedille, damit das c weich ausgesprochen wird. Deshalb heißt es je commençais, aber nous commencions.

Bei Verben auf -ger bleibt das e vor den Endungen mit a erhalten. Richtig sind je mangeais und ils mangeaient. Vor -ions und -iez fällt dieses zusätzliche e weg, also nous mangions und vous mangiez.

Auch Verben auf -ier können ungewohnt aussehen. Bei étudier entstehen Formen wie nous étudiions und vous étudiiez. Die zwei aufeinanderfolgenden i sind hier kein Fehler.

Wann du das Imparfait verwendest

Das Imparfait beschreibt meist etwas, das in der Vergangenheit andauerte, regelmäßig geschah oder den Hintergrund bildete. Es geht weniger um einen einzelnen abgeschlossenen Punkt als um die Situation oder den Verlauf.

  • Gewohnheiten: Quand j’étais enfant, je jouais souvent dehors.
  • Beschreibungen: La maison était grande et calme.
  • Uhrzeit, Alter und Wetter: Il faisait froid et il était huit heures.
  • Laufende Handlungen: Je lisais quand tu as appelé.
  • Gleichzeitigkeit: Pendant que nous mangions, ils parlaient.

Im letzten Beispiel laufen beide Handlungen gleichzeitig ab. Deshalb stehen mangions und parlaient im Imparfait. Bei einer kurzen Handlung, die den Ablauf unterbricht, verwendet man dagegen oft das Passé composé: Je lisais quand tu as appelé.

Lesen Sie auch: Artbildung - Wie neue Arten entstehen und was du wissen musst

Imparfait und Passé composé unterscheiden

Imparfait Passé composé
beschreibt Hintergrund und Verlauf berichtet ein abgeschlossenes Ereignis
drückt Gewohnheiten aus nennt eine einzelne Handlung
Il pleuvait. Il a plu toute la nuit.

Ich erkläre den Unterschied gern mit einer Filmszene: Das Imparfait ist die laufende Kamera, während das Passé composé ein Ereignis markiert, das in dieser Szene passiert. Diese Vorstellung ist oft hilfreicher als eine lange Liste einzelner Regeln.

Typische Fehler bei den Endungen vermeiden

Viele Lernende schreiben bei nous und vous versehentlich die Endungen aus dem Präsens. Aus nous parlons wird im Imparfait aber nous parlions. Die Formen -ions und -iez sind ein deutliches Signal für diese Zeitform.

  • Falsch: nous parlons im Sinn von „wir sprachen“
  • Richtig: nous parlions
  • Falsch: vous faisais
  • Richtig: vous faisiez
  • Falsch: ils était
  • Richtig: ils étaient

Ein zweiter Fehler betrifft den Stamm. Bei finir darf die Endung des Präsensstamms nicht verschwinden, denn nous finissons liefert finiss-. Bei être solltest du den Stamm ét- als eigene Ausnahme lernen, weil die normale Ableitung hier nicht funktioniert.

Zum Üben genügt zunächst ein einfacher Ablauf. Nimm fünf Verben, bilde jeweils die nous-Form, streiche -ons und konjugiere anschließend alle sechs Personen. Erst danach würde ich die Verwendung in längeren Sätzen trainieren, denn so vermischst du Bildung und Zeitwahl nicht unnötig.

Mit diesem Lernschema sitzen die Formen schneller

Merke dir zuerst die Endungen als Rhythmus: -ais, -ais, -ait, -ions, -iez, -aient. Danach prüfst du nur noch den Stamm und die kleine Sondergruppe rund um être.

Für eine schnelle Kontrolle reichen drei Fragen: Kommt der Stamm aus der nous-Form? Passt die Endung zur Person? Beschreibt der Satz einen Verlauf, eine Gewohnheit oder einen Hintergrund? Wenn du diese drei Punkte sicher beantwortest, beherrschst du die französischen Imparfait-Endungen bereits sehr solide.

Häufig gestellte Fragen

Du nimmst die nous-Form des Präsens, entfernst die Endung -ons und hängst -ais, -ais, -ait, -ions, -iez oder -aient an. Aus nous parlons wird so der Stamm parl- und beispielsweise je parlais oder nous parlions.

Être bildet eine wichtige Ausnahme, weil die Präsensform nous sommes nicht als Grundlage dient. Der Imparfait-Stamm lautet ét-, daher heißt es j’étais, nous étions und ils étaient.

Bei Verben auf -cer bleibt vor den Endungen mit a die Cedille erhalten, etwa in je commençais. Bei -ger bleibt das e vor -ais, -ait und -aient stehen, während es vor -ions und -iez wegfällt. Verben auf -ier können zwei i enthalten, zum Beispiel nous étudiions.

Das Imparfait beschreibt Gewohnheiten, Zustände, Hintergründe, laufende oder gleichzeitige Handlungen. Das Passé composé bezeichnet meist ein einzelnes abgeschlossenes Ereignis, das eine laufende Handlung unterbrechen kann, wie in Je lisais quand tu as appelé.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

verbkonjugation verbstämme imparfait passé composé

Beitrag teilen

Julian Wegener

Julian Wegener

Mein Name ist Julian Wegener und ich bringe 10 Jahre Erfahrung im Bereich Bildung mit. Schon früh habe ich eine Leidenschaft für das Lernen und Lehren entwickelt, die mich dazu motiviert hat, komplexe Themen verständlich zu machen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte der Bildung, von innovativen Lehrmethoden bis hin zu den neuesten Trends in der digitalen Bildung. Ich lege großen Wert darauf, meine Informationen sorgfältig zu recherchieren und verschiedene Perspektiven zu vergleichen, um meinen Lesern eine klare und präzise Darstellung zu bieten. Mein Ziel ist es, nützliche, akkurate und leicht verständliche Inhalte zu erstellen, die sowohl Schüler als auch Lehrer unterstützen. Durch meine Arbeit möchte ich dazu beitragen, Bildung zugänglicher und effektiver zu gestalten.

Kommentar schreiben