Bei einer Klassenarbeit wirken 18 von 25 Punkten zunächst eindeutig, doch erst der Notenschlüssel zeigt, ob daraus eine 2, 3 oder 4 wird. Ich erkläre, wie du Punkte in Prozent und Schulnoten umrechnest, welche Orientierungstabellen häufig verwendet werden und warum der verbindliche Schlüssel deiner Schule immer Vorrang hat.
Mit diesen Regeln lässt sich die Punktzahl schnell einordnen
- Prozentwert berechnen: Erreichte Punkte ÷ mögliche Punkte × 100.
- Orientierung: Eine 4 beginnt häufig bei etwa 50 Prozent, die genauen Grenzen können aber abweichen.
- Beispiel: 18 von 25 Punkten entsprechen 72 Prozent.
- Oberstufe: Dort gelten meist 0 bis 15 Notenpunkte statt der klassischen Noten 1 bis 6.
- Entscheidend: Der veröffentlichte Notenschlüssel der Lehrkraft oder Schule ist verbindlich.
Die wichtigste Unterscheidung zwischen Punkten und Noten
Mit „Punkten“ sind in der Regel die erreichten Bewertungspunkte einer Arbeit gemeint. Die Note ergibt sich nicht aus der bloßen Zahl, sondern aus dem Verhältnis zur maximal erreichbaren Punktzahl. 18 Punkte können bei 20 möglichen Punkten sehr gut sein, bei 40 möglichen Punkten aber nur für eine mangelhafte Leistung reichen.
Ich rechne deshalb immer zuerst den Prozentwert aus. Die Formel lautet erreichte Punkte ÷ mögliche Punkte × 100. Bei 18 von 25 Punkten ergibt sich 18 ÷ 25 × 100 = 72 Prozent.
Dieses Prinzip wird auch bei Grundschulen und weiterführenden Schulen genutzt. Cornelsen beschreibt den Notenschlüssel ebenfalls als Verhältnis zwischen erbrachter und maximal möglicher Leistung. Die konkrete Einteilung in Noten bleibt jedoch abhängig von Schulform, Bundesland und Fach.
Welche Punktzahl führt normalerweise zu welcher Schulnote?
Die folgende Tabelle zeigt einen häufig verwendeten Orientierungsschlüssel. Er ist praktisch, wenn du schnell einschätzen möchtest, welche Note zu deiner Punktzahl passen könnte. Er ersetzt aber nicht den Schlüssel, der auf deiner Arbeit angegeben ist.
| Note | Bezeichnung | Ab diesem Prozentwert | Bei 40 möglichen Punkten |
|---|---|---|---|
| 1 | sehr gut | ab 92 % | ab 37 Punkten |
| 2 | gut | ab 81 % | ab 33 Punkten |
| 3 | befriedigend | ab 67 % | ab 27 Punkten |
| 4 | ausreichend | ab 50 % | ab 20 Punkten |
| 5 | mangelhaft | ab 30 % | ab 12 Punkten |
| 6 | ungenügend | unter 30 % | 0 bis 11 Punkte |
Bei diesem Beispiel wären 32 von 40 Punkten genau 80 Prozent und damit noch keine 2. Erst ab 33 Punkten wird die Grenze von 81 Prozent erreicht. Gerade an solchen Schwellen entscheidet manchmal ein einziger Punkt über die Notenstufe.
Andere Schulen setzen die Grenze für eine 1 beispielsweise bei 90 Prozent oder beginnen die 4 bereits bei 45 Prozent. Deshalb sollte eine Tabelle aus dem Internet nur als grobe Orientierung dienen.
So rechnest du deine Note selbst aus
- Maximalpunktzahl prüfen. Suche auf dem Arbeitsblatt nach der Gesamtpunktzahl, zum Beispiel 50 Punkte.
- Prozentwert berechnen. Teile deine erreichten Punkte durch die mögliche Punktzahl und multipliziere das Ergebnis mit 100.
- Notenschlüssel vergleichen. Ordne den Prozentwert der passenden Grenze zu.
Ein Beispiel macht die Rechnung klar. Du hast 42 von 50 Punkten erreicht. 42 ÷ 50 × 100 ergibt 84 Prozent. Im oben gezeigten Orientierungsschlüssel wäre das eine Note 2, weil die 2 ab 81 Prozent beginnt.
Bei krummen Ergebnissen solltest du nicht vorschnell runden. 32 von 40 Punkten sind genau 80 Prozent, also nicht automatisch 81 Prozent. Ob die Lehrkraft den Prozentwert rundet oder mit Zwischenwerten arbeitet, muss im Bewertungsschlüssel geregelt sein.
Du kannst auch die benötigte Punktzahl rückwärts bestimmen. Für eine 2 ab 81 Prozent bei 50 möglichen Punkten rechnest du 50 × 0,81 = 40,5. Da halbe Punkte nicht immer vergeben werden, brauchst du in diesem Fall meist 41 Punkte.
Warum dieselbe Punktzahl nicht immer dieselbe Note ergibt
In Deutschland gibt es keinen einzigen Notenschlüssel, der für jede Klasse und jedes Fach gilt. Schulen und Bundesländer haben unterschiedliche Vorgaben, außerdem kann die Lehrkraft je nach Klassenarbeit, Jahrgangsstufe und Aufgabenformat einen eigenen Schlüssel verwenden.
Manche Schlüssel arbeiten mit einem sogenannten Sockel. Dabei wird ein Teil der Leistung als Grundanforderung vorausgesetzt. Andere verwenden einen Knick, bei dem die Abstände zwischen den Notenstufen nicht gleich groß sind. Das erklärt, warum zwei Arbeiten mit demselben Prozentwert unterschiedlich bewertet werden können.
Auch die Schwierigkeit einer Arbeit spielt eine Rolle. Eine sehr anspruchsvolle Klausur wird nicht automatisch nach einem völlig anderen System bewertet, aber die Schule kann dafür einen passenden Schlüssel festlegen. Ich würde deshalb bei Unklarheiten nicht mit einer allgemeinen Tabelle argumentieren, sondern direkt nach dem für die Arbeit geltenden Schlüssel fragen.
Besonders häufig entsteht Verwirrung, wenn Schülerinnen und Schüler die Zahl der Aufgabenpunkte mit den Notenpunkten der Oberstufe verwechseln. Beides klingt ähnlich, meint aber nicht dasselbe.
In der Oberstufe gelten Notenpunkte von 0 bis 15
In der gymnasialen Oberstufe wird die Leistung meist mit 0 bis 15 Notenpunkten bewertet. Diese Punkte werden den klassischen Notenstufen zugeordnet. Die offizielle Regelung in Hessen ordnet beispielsweise 15 bis 13 Punkte der Note 1 und 12 bis 10 Punkte der Note 2 zu. Auch andere Länder verwenden diese Grundstruktur, Einzelheiten können dennoch abweichen.
| Notenpunkte | Klassische Note | Bewertung |
|---|---|---|
| 15, 14, 13 | 1 | sehr gut |
| 12, 11, 10 | 2 | gut |
| 9, 8, 7 | 3 | befriedigend |
| 6, 5, 4 | 4 | ausreichend |
| 3, 2, 1 | 5 | mangelhaft |
| 0 | 6 | ungenügend |
11 Notenpunkte entsprechen also einer 2, 8 Punkte einer 3 und 5 Punkte einer 4. Vier Punkte oder weniger liegen unterhalb der ausreichenden Leistung und werden häufig als Unterkurs bezeichnet. Für die Abiturzulassung zählen allerdings zusätzlich die jeweiligen Landesregelungen und die Gesamtzahl der eingebrachten Kurse.
Die Umrechnung von erreichten Aufgabenpunkten in diese 0 bis 15 Notenpunkte erfolgt wiederum über einen Prozent- oder Bewertungsschlüssel. Eine Klausur mit 80 Prozent führt also nicht automatisch in jedem Bundesland zur gleichen Punktzahl.
So prüfst du den Notenschlüssel deiner Arbeit zuverlässig
Schau zuerst nach einer Tabelle am Rand, auf der Rückseite oder im Bewertungsbogen. Fehlt sie, notiere dir die erreichte und maximal mögliche Punktzahl und frage die Lehrkraft, welche Prozentgrenzen gelten.
- Vergleiche nicht nur die absolute Punktzahl, sondern immer auch die Gesamtpunktzahl.
- Prüfe, ob Plus- und Minusnoten oder halbe Noten vorgesehen sind.
- Achte darauf, ob es Zusatzpunkte, Abzüge oder nicht gewertete Aufgaben gibt.
- Runde Prozentwerte erst dann, wenn der Schlüssel eine Rundung vorsieht.
Wer diese vier Punkte beachtet, kann die meisten Ergebnisse selbst nachvollziehen. Die verlässlichste Antwort auf die Frage, wie viele Punkte welche Note ergeben, steht letztlich auf dem Notenschlüssel der konkreten Arbeit, nicht in einer allgemeinen Tabelle.