Wer französische Sätze bilden möchte, kommt an Verben auf -er kaum vorbei. Sie gehören meist zur ersten Verbgruppe und folgen im Präsens einem klaren Muster. Ich zeige dir, wie du den Stamm bildest, welche Endungen du brauchst, wo Schreibänderungen auftreten und welche typischen Fehler du vermeiden kannst.
Mit diesem Muster konjugierst du die meisten regelmäßigen Verben
- Infinitiv kürzen: Die Endung -er entfernen und den Stamm behalten.
- Präsensendungen: -e, -es, -e, -ons, -ez, -ent anhängen.
- Wichtigste Ausnahme: aller endet auf -er, wird aber unregelmäßig konjugiert.
- Schreibregeln: Verben auf -ger, -cer, -yer und manche -eler- oder -eter-Verben verändern ihre Schreibweise.
- Partizip Perfekt: Bei regelmäßigen Verben endet es normalerweise auf -é.

Das Grundmuster der Verben auf -er
Die regelmäßige Konjugation beginnt immer mit dem Infinitiv. Bei parler bedeutet das „sprechen“. Entferne -er, bleibt der Stamm parl- übrig. An diesen Stamm kommen die Personenendungen des Präsens.
| Person | Endung | parler | Übersetzung |
|---|---|---|---|
| je | -e | je parle | ich spreche |
| tu | -es | tu parles | du sprichst |
| il, elle, on | -e | il parle | er spricht |
| nous | -ons | nous parlons | wir sprechen |
| vous | -ez | vous parlez | ihr Sie sprecht, sprechen |
| ils, elles | -ent | ils parlent | sie sprechen |
Das Schema lautet also -e, -es, -e, -ons, -ez, -ent. Genau diese Reihenfolge solltest du zuerst sicher beherrschen, bevor du dich mit Sonderfällen beschäftigst.
Bei der Aussprache gibt es eine wichtige Besonderheit. Die Endungen -e, -es und -ent werden meistens nicht hörbar gesprochen. Deshalb klingen „je parle“, „tu parles“ und „ils parlent“ nahezu gleich. Hörbar unterscheiden sich vor allem nous parlons und vous parlez.
So funktioniert die Konjugation mit anderen Beispielen
Das Muster bleibt gleich, unabhängig davon, ob das Verb „lieben“, „schauen“ oder „spielen“ bedeutet. Ich empfehle, zunächst mit häufigen Verben zu üben, weil du die Endungen dadurch schnell automatisierst.
| Infinitiv | Stamm | Beispiel im Präsens | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| aimer | aim- | Nous aimons le français. | Wir mögen Französisch. |
| regarder | regard- | Elle regarde un film. | Sie schaut einen Film. |
| jouer | jou- | Vous jouez au tennis. | Ihr spielt Tennis. |
| travailler | travaill- | Ils travaillent beaucoup. | Sie arbeiten viel. |
| habiter | habit- | J’habite à Berlin. | Ich wohne in Berlin. |
Beachte bei je die Verkürzung vor einem Vokal. Aus „je aime“ wird j’aime. Das Apostroph ersetzt den letzten Vokal des Personalpronomens und macht die Aussprache flüssiger.
Ein häufiger Fehler besteht darin, die deutsche Satzstellung einfach zu übernehmen. Im Französischen steht das Personalpronomen normalerweise direkt vor dem konjugierten Verb, also je regarde, nous apprenons oder ils écoutent.
Schreibänderungen bei scheinbar regelmäßigen Verben
Einige Verben folgen bei den Endungen weiterhin dem Grundmuster, verändern aber an bestimmten Stellen ihre Schreibweise. Diese Änderungen dienen vor allem dazu, die richtige Aussprache zu erhalten. Grammatisch sind sie deshalb nicht automatisch vollständig unregelmäßig.
Verben auf -ger
Bei Verben wie manger bleibt das „g“ vor der Endung -ons weich. Deshalb heißt es nous mangeons und nicht „nous mangons“. Das zusätzliche e bewahrt die französische Aussprache.
Weitere Beispiele sind voyager mit „nous voyageons“ und nager mit „nous nageons“. In den anderen Personenformen bleibt die Schreibweise meist unverändert.
Verben auf -cer
Bei commencer wird in der nous-Form ein Cedille benötigt. Richtig ist nous commençons. Das „ç“ sorgt dafür, dass das „c“ wie ein „s“ gesprochen wird.
Ohne Cedille würde sich die Aussprache verändern. Diese kleine Schreibregel taucht auch bei Verben wie placer auf, also „nous plaçons“.
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Verben auf -yer, -eler und -eter
Bei Verben auf -yer kann sich das „y“ in mehreren Formen zu „i“ verändern. Bei nettoyer findest du zum Beispiel „je nettoie“ und „ils nettoient“, während es „nous nettoyons“ heißt. Je nach Verb und Schreibstandard sind bei manchen Formen auch Varianten möglich.
Bei appeler wird der Konsonant verdoppelt, etwa in j’appelle und „ils appellent“. Bei acheter verändert sich dagegen der Akzent, wie in j’achète. Diese Verben lernst du am besten als kleine Verbgruppen und nicht als völlig isolierte Einzelfälle.
Die wichtigste Ausnahme und andere Stolperstellen
Das Verb aller endet zwar auf -er, gehört aber nicht zum regelmäßigen Muster. Es heißt je vais, tu vas, il va, nous allons, vous allez, ils vont. Wer nur auf die Infinitivendung schaut, macht hier besonders leicht einen Fehler.
Auch ein Verb wie ouvrir folgt im Präsens teilweise dem Muster der -er-Verben, obwohl es auf -ir endet. Umgekehrt werden nicht alle Verben mit ähnlicher Endung gleich konjugiert. Entscheidend ist deshalb nicht nur die letzte Silbe, sondern die Verbgruppe und das konkrete Verb.
In Übungen sehe ich oft, dass Lernende das -s bei tu vergessen oder bei „ils“ ein hörbares „ent“ mitsprechen. Schreibe dir die Endungen deshalb zunächst vollständig auf und markiere die stummen Endungen. Das verbindet Rechtschreibung und Aussprache von Anfang an.
- Richtig ist tu regardes, nicht „tu regarde“.
- Richtig ist vous écoutez, nicht „vous écoute“.
- Richtig ist elles dansent, auch wenn das „-ent“ nicht gesprochen wird.
- Richtig ist nous mangeons und nous commençons.
Was sich im passé composé und im Futur ändert
Das Grundprinzip hilft nicht nur im Präsens. Bei regelmäßigen Verben auf -er endet das participe passé, also das Partizip Perfekt, normalerweise auf -é. Aus „parler“ wird „parlé“, aus „aimer“ wird „aimé“.
Im passé composé brauchst du zusätzlich das Hilfsverb avoir. Ein Beispiel ist j’ai regardé un film, also „ich habe einen Film gesehen“. Das Hilfsverb wird konjugiert, während „regardé“ unverändert bleibt.
Auch im futur simple ist das Muster übersichtlich. Bei regelmäßigen Verben auf -er bleibt der vollständige Infinitiv erhalten, danach kommen die Zukunftsendungen. So entsteht je parlerai, „ich werde sprechen“, oder „nous regarderons“, „wir werden schauen“.
Für den Anfang genügt es, zuerst das Präsens sicher zu beherrschen. Wer die sechs Personenendungen ohne Nachdenken einsetzen kann, erkennt später auch die Struktur des passé composé und des Futur simple deutlich leichter.
Mit einem kleinen Lernschema sitzt die Konjugation dauerhaft
Ich würde zum Üben immer denselben Ablauf verwenden. Nimm ein regelmäßiges Verb wie „chanter“, entferne -er, sprich den Stamm „chant-“ laut aus und ergänze danach die sechs Endungen. Anschließend bildest du je einen echten Satz mit „je“, „nous“ und „ils“.
- chanter wird zu chant-
- je chante
- nous chantons
- ils chantent
Wenn dieses Muster sicher sitzt, kommen die Schreibvarianten von -ger, -cer und -yer hinzu. So lernst du nicht nur eine Liste auswendig, sondern verstehst, warum sich die Form verändert und kannst neue Verben selbstständig konjugieren.